Der Hl. Georg im Kampf mit dem Drachen

© Bayerisches Nationalmuseum München, Foto: Walter Haberland
Niederrheinisch: Der Hl. Georg im Kampf mit dem Drachen, um 1510, Eichenholz, Bayerisches Nationalmuseum München, Inv. Nr. 2004/175
2004 erwirbt das Bayerische Nationalmuseum München mit Unterstützung der Rudolf-August Oetker-Stiftung dieses Relief mit der Darstellung des Heiligen Georg im Kampf mit dem Drachen aus der Zeit um 1510. Der Legende nach errettete Georg eine Königstochter vor einer wilden Drachenbestie. Danach bewahrte er auch eine Stadt, die sich zum Christentum bekannt hatte, vor diesem Untier. Georg avancierte im Spätmittelalter als Inbegriff eines christlichen Ritters zu einem überaus populären Heiligen. Sein Drachenkampf symbolisiert den Sieg des Guten über das Böse.
Mit großer Erzählfreude wird geschildert, wie der Heilige zu Pferd dem fauchenden, aber vergleichsweise klein dargestellten Drachen mit erhobenem Schwert mutig gegenübertritt. Durch die Königstochter links sowie weitere Figuren rechts oben im Hintergrund und die Andeutungen von Landschaft und Architektur gelingt eine lebendige Ausschmückung der Kampfszene. Die angesichts des harten Eichenholzes erstaunlich feine und detailreiche Bildschnitzarbeit und die Existenz vergleichbarer holzansichtiger Werke legen nahe, dass das Relief keine Farbfassung erhalten sollte. Die stilistischen Merkmale deuten auf eine Entstehung am Niederrhein hin. Eine konkrete Zuweisung an einen der dort namhaft bekannten Bildschnitzer konnte bislang nicht erfolgen.
Das Relief stammt aus der berühmten Sammlung deutscher Skulptur der Gotik und Renaissance von Dr. Gerhart Bollert (1870–1947), die für das Bayerische Nationalmuseum in München erworben wird.
Bundesland: Bayern
Ort: München
Institution: Bayerisches Nationalmuseum
Förderbereich: Erwerbungen