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Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern

Ein großartiges Zeugnis romanischer Wandmalerei

Die evangelische Kirche St. Marien in Bergen auf Rügen wurde um 1180 erbaut und gilt als das älteste noch erhaltene Bauwerk der Insel. Der von außen schlichte Backsteinbau umfasst eine dreischiffige gotische Staffelhalle mit romanischem Chor und Querhaus sowie einem Westturmriegel. Im Kircheninnern beeindruckt eine unvermutete Bilderflut biblischer Szenen.

Die Wandmalereien wurden vermutlich um 1200 von dänischen Meistern ausgeführt, die von niedersächsischen Vorbildern beeinflusst zu sein scheinen. Das Kreuzrippengewölbe und die Wände im Chor und Querschiff sind von überaus qualitätsvoller romanischer Malerei überzogen. Es handelt sich um das einzige norddeutsche Beispiel einer Totalausmalung dieses Bereiches nach einheitlichem Programm. Mehrere Jahrhunderte war die Malerei unter einer Kalkschicht verborgen und wurde erst Ende des 19. Jahrhunderts entdeckt, restauriert und zum Teil auch großflächig ergänzt. Allerdings gefährden Klima- und Umweltbelastungen die Substanz der Malerei.

Die Rudolf-August Oetker-Stiftung, das Land Mecklenburg-Vorpommern und die Bundesregierung unterstützen die Restaurierung im Chor und Nordhaus.

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Ólafur Elíasson: Neugestaltung der Ostfenster des Doms St. Nikolai

2024 erhält der Dom St. Nikolai zu Greifswald im Ostchor neue farbige Glasfenster nach Entwurf des isländisch-dänischen Künstlers Ólafur Elíasson (*1967). Der chromatische Farb­verlauf der geometrischen Fenster­muster nimmt Bezug auf den Romantiker Caspar David Friedrich (1774–1840), dessen Geburts­stadt Greifswald ist. Durch zusätzliche Spiegel­installationen im Außen- und Innenraum wird das von Osten einfallende Licht gelenkt und multipliziert. Der Kircheninnen­raum wird im Zusammen­spiel mit den Veränderungen unterschiedlicher Tages- und Jahres­zeiten und Lichtverhältnissen im Außen atmosphärisch immer wieder neu erfahrbar.

Bei der Gestaltung des chromatischen Verlaufs des farbigen Blei­verglasung orientiert sich der Künstler an dem Gemälde „Huttens Grab” (1823/24) von Caspar David Friedrich. Die Farbübergänge verlaufen von Rötlich zu Gelb und werden zum oberen Fenster­rand bläulich transparent. Das dynamische geometrische Muster der Fenster aus Rauten, Quadraten und Kreisen spielt auf einen Prozess potenziell endloser Veränderung an. Durch das sich wandelnde einfallende Licht, die Transparenz und Abstraktion entsteht ein Eindruck von Unend­lichkeit, Komplexität und Wandel. Die neuen Erfahrungen von Wahrnehmung haben das Potential, unser Hier und Jetzt zu übersteigen.

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Ruhige Monumentalität und prächtige Malereien

Die Kirche St. Marien beeindruckt durch ihre über die Hansestadt Stralsund aufragenden massiven Bauformen. Der 1298 erstmals erwähnte Kirchenbau aus Backstein ist ein eindrückliches Beispiel für die norddeutsche Spätgotik. Durch den Verzicht auf architektonischen Dekor und der Verlagerung des Strebesystems in den Innenraum wirkt die Basilika von außen schlicht und zugleich monumental. Die architektonische Ruhe setzt sich auch im Innenraum fort. Dort wird der Betrachter allerdings von den farbig gefassten Seitenschiffen mit prächtigen Malereien überrascht. Dargestellt sind Heilige und Apostel, Mönche und Bischöfe, dazu Engel, Ranken und Ornamente. Diese in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts ausgeführten Malereien werden mit Hilfe der Rudolf-August Oetker-Stiftung und anderen Fördermittelgebern umfassend restauriert.

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