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Standort: Freyburg

Ein Meisterwerk der Spätgotik

Im Zentrum des Weinanbaugebiets Saale-Unstrut liegt die Stadt Freyburg. Die Stadtkirche St. Marien wurde um 1220 als romanische Basilika unter Landgraf Ludwig IV. von Thüringen (1200–1227) errichtet und Ende des 15. Jahrhunderts zu einer Hallenkirche umgebaut.

Romanische und gotische Bauelemente durchdringen einander. In die Zeit der Umbauten fällt die Aufstellung eines neuen prächtigen Hochaltars, der zu den qualitätvollsten Arbeiten jener Zeit in der Region zählt. Seine Schnitzarbeiten werden Hanns Gottwald von Lohr (tätig 1503–1543), einem Schüler und Mitarbeiter Tilmann Riemenschneiders (um 1460–1531) in Würzburg zugeschrieben. Der Mittelschrein des spätgotischen Meisterwerks schildert die Krönung der Gottesmutter Maria, begleitet von Engeln und einem Engelschor. Das üppige Astwerkgesprenge mit Skulpturen der Anna selbdritt, des Schmerzensmannes sowie vier weiteren Heiligen ragt hoch in das Netzwerkgewölbe herauf. Auf den inneren Klappflügelseiten des Altars sind die Verkündigung, Heimsuchung und Geburt Christi und der Tod der Maria zu sehen. Die Flügelrückseiten und die Predella wurden vermutlich erst um 1600 mit gemalten Darstellungen der vier Evangelisten und des Abendmahls versehen.

Die Rudolf-August Oetker-Stiftung engagiert sich bei der Restaurierung des Altars und der Sanierung des Kirchengebäudes im Zeitraum 2001 bis 2006.

 

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