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Standort: Wittenberg

Ein reformatorisches Programmbild

Die Stadt- und Pfarr­kirche St. Marien in  Witten­berg war die Predigt­kirche der Reformatoren Martin Luther (1483–1546) und Johannes Bugenhagen (1485–1558). Hier wurde die Heilige Messe zum ersten Mal in deutscher Sprache gefeiert. Als „Mutter­kirche der Reformation“ gehört St. Marien seit 1996 zum UNESCO-Weltkultur­erbe. Ihr wichtigstes Ausstattungs­stück ist der von Lucas Cranach d. Ä. (1472–1553) und seinem Sohn Lucas Cranach d. J. (1515–1586) sowie deren Werk­stätten geschaffene sogenannte „Reformations­altar“.

Lucas Cranach d. Ä. arbeitet ab 1505 als Hof­maler am kursächsischen Hof. Er steht der Reformation nahe, war aber auch für altgläubige Auftrag­geber tätig. Konzeption und Ausführung wesentlicher Teile der Schau­seite des Altars gehen auf ihn zurück. Seinem Sohn werden die Rück­seiten und Vervoll­ständigungen an der Vorder­seite zugeschrieben.

Auf der Mittel­tafel des Triptychons ist das Letze Abend­mahl Christi dargestellt mit Luther als einem der Jünger. Auf der Predella, dem Unter­bau des Altars, predigt der Reformator zur Linken des Gekreuzigten, gegenüber lauscht die Gemeinde. Auf dem linken Flügel tauft Luthers Mitstreiter Philipp Melanchton (1497–1560) einen Säugling, auf dem rechten Flügel nimmt Bugenhagen zwei Männern die Beichte ab. Die Altar­rückseite zeigt mittig die Drei­faltigkeit, links die Opferung Isaaks und rechts das durch die Wüste ziehende Volk Israel vor der Ehernen Schlange. Selige und Verdammte sind auf der rückseitigen Predella versammelt.

Die Restaurierung des Altars wird 2014 mit Hilfe des Freundes­kreises Luther e. V. und der Rudolf-August Oetker-Stiftung durchgeführt.

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