Ein prachtvolles Schreibmöbel aus Madrid
2021 erwirbt das Berliner Kunstgewerbemuseum ein spektakuläres Zylinderbureau aus der Werkstatt des Madrider Hoftischlers José Canops (1733–1814). Das kostbare Möbel ist für die Aufstellung frei im Raum konzipiert. Vollständig in Mahagoniholz gebaut und mit seltenen Furnierhölzern sowie vergoldeten Bronzebeschlägen versehen, zeigt es einen höchst extravaganten Dekor mit musikalischen Instrumenten spanischer Herkunft, einer exotischen Blumenvielfalt und Anspielungen auf Elefanten als Symbole globaler Machtfülle.
Canops stammt aus dem flämischen Herzogtum Limburg und erlernt seine virtuose Handwerkskunst, wie viele seiner Mitarbeiter, in Paris. Im Auftrag des spanischen Königs Karl III. (1716–1788), einem der bedeutendsten Regenten des aufgeklärten Absolutismus, gestaltet er Mobiliar und Raumausstattungen in einem ganz eigenen Stil. Angesichts des Reichtums und der Reichweite der spanischen kolonialen Welt steht dem Hoftischler und seiner Werkstatt eine Vielfalt an seltenen importierten Hölzern in großer Menge zur Verfügung.
Die Erwerbung des Schreibmöbels verdankt sich der Unterstützung der Ernst von Siemens Kunststiftung, der Rudolf-August Oetker-Stiftung, der Julius-Lessing-Gesellschaft sowie Mitteln der Staatlichen Museen zu Berlin. Das Möbel wird in der Ausstellung „Canops. Möbel von Welt für Karl III. von Spanien (1759-1788)“ (Laufzeit: 12. Oktober 2023 bis 11. Februar 2024) der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Ausstellung ist als digitaler Rundgang verfügbar.
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