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Förderbereich: Wissenschaft

Meisterhafte Zeichnungen – Der sogenannte Rembrandt-Komplex

Der Niederländer Rembrandt van Rijn (1606–1669) gilt nicht nur als einer der bedeutendsten Maler, sondern auch als einer der brillantesten Zeichner der Kunstgeschichte. Der sogenannte Rembrandt-Komplex der Staatlichen Graphischen Sammlung München umfasst rund 370 Zeichnungen, die 1757 als geschlossenes Konvolut durch Kurfürst Carl Theodor von der Pfalz (1724–1799) auf dem niederländischen Kunstmarkt erworben worden sind. Dieser Bestand galt seinerzeit als eigenhändig. Inzwischen aber sieht die Kunstwissenschaft nach einer kritischen Analyse von Stil und Funktion der Blätter nurmehr circa 16 Zeichnungen als eigenhändig an. Die übrigen Zeichnungen gelten heute als Werke von Mitarbeitern, Schülern, Nachfolgern und späteren Nachahmern.

Das Konvolut bietet damit einen seltenen Einblick in die Arbeitsprozesse im Atelier des niederländischen Meisters, die Ausbildungspraxis und den Gebrauch von Zeichnungen als Vorlagenmaterial. Ziel des Forschungsprojekts ist eine vollständige kunsthistorische und materialtechnische Erschließung aller Blätter. Die Ergebnisse fließen anschließend in eine Online-Datenbank und stehen so der breiten Öffentlichkeit sowie der Forschung bereit.

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Ein monographisches Standardwerk – die Zeichnungen Max Beckmanns

Max Beckmann (1884–1950) war ein begeisterter Zeichner. Seine Zeichnungen, oft in Feder, Kreide oder Bleistift ausgeführt, vermitteln einen direkten Einblick in sein gestalterisches Denken und die Entwicklung seiner Bildideen. Ihre Bandbreite reicht von schnellen Entwürfen bis hin zu ausgereiften Blättern. Die Zeichnungen offenbaren die Suche des Künstlers nach Form und Ausdruck in der aus den Fugen geratenen Welt der Moderne.

Die Rudolf-August Oetker-Stiftung gehört zu den Förderern des dreibändigen ausführlichen Werkverzeichnisses der Zeichnungen des Künstlers – ein kunstwissenschaftliches Projekt von Hedda Finke und Stephan von Wiese, welches im Jahr 2016 begann und mit dem Erscheinen des dritten Bandes im Sommer 2026 abgeschlossen sein wird. Das Werkverzeichnis erschließt sämtliche der rund 1900 nicht-farbigen Einzelblätter des herausragenden Künstlers, der 1937 das nationalsozialistische Deutschland verließ, zunächst ins Exil nach Amsterdam ging und dann in die USA emigrierte. Es bietet ausführliche technische Beschreibungen, Angaben zu Quellen, zu Provenienz, Literatur und Ausstellungen sowie ein Verweissystem auf unmittelbar mit den Zeichnungen zusammenhängende Werke des Künstlers. Damit stellt diese umfängliche Werkerfassung einen zentralen Schaffensbereich eines der wichtigsten bildenden Künstlers der Moderne vollständig dar und bildet ein monographisches Standardwerk.

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Kunst im Kleinformat

Der Frankfurter Konditor Johann Valentin Prehn (1749–1821) trug zu seiner Lebzeit eine umfangreiche Universalsammlung zusammen. Neben Gemälden, Grafiken und Skulpturen sammelte Prehn unter anderem Naturalia, römische Antiken, Münzen sowie ethnologische und kunstgewerbliche Objekte. Einmalig ist innerhalb einer solchen Sammlung sein Miniaturkabinett, das über 800 kleinformatige Malereien umfasst, arrangiert in 32 thematisch angeordneten Kästen. Diese wurden 1842 durch die Erben Prehns der Stadt Frankfurt geschenkt und befinden sich heute im Historischen Museum. Zusammen mit weiteren Förderern unterstützt die Rudolf-August Oetker-Stiftung das große Forschungsprojekt des Historischen Museums rund um das Miniaturkabinett in mehreren Etappen. So kann sie bei der Konservierung sowie bei der wissenschaftlichen Erschließung des Sammlungskatalogs behilflich sein.

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Mapping Spaces – Netzwerke des Wissens

Im Jahr 2014 untersucht die Aus­stellung „Mapping Spaces. Netz­werke des Wissens in der Land­schafts­malerei des 17. Jahr­hunderts“ im Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe die Ver­bindung zwischen Kunst, wissen­schaftlichen Erkennt­nissen, technischen Ent­wicklungen und der nieder­ländischen Malerei um 1650. 

Anhand von Gemälden, Mess­instrumenten, Zeichen­geräten, Büchern, Karten und Globen werden Ver­flechtungen innerhalb des früh­neuzeit­lichen Wissens­raums sichtbar. Besonders der Einfluss neuzeit­licher Hand­bücher zur Geografie, der Ver­messungs­kunde und dem Festungs­bau steht im Zentrum der Schau. Den Auftakt bilden groß­formatige Schlachten­bilder des flämischen Malers Pieter Snayers (1592–1667). Er stellte taktische Manöver des Militärs in topo­grafisch exakten Land­schaften dar und nutzte hierfür militärkartografische Quellen der Zeit.

Die Rudolf-August Oetker-Stiftung fördert den begleitenden Ausstellungs­katalog.

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