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Denkmalpflege

Die Glocken wieder erklingen lassen

Die Kirche St. Nikolai

Die spätgotische Stadt­kirche St. Nikolai von Zerbst, ehemals die größte Kirche Anhalts, ist ein Bau­denkmal von über­regionaler Bedeutung. Von dem Vorgänger­bau, einer romanischen Basilika aus dem 12. Jahr­hundert, sind nur Reste im westlichen Turm­block erhalten. Um 1430 begann der Neubau einer drei­schiffigen gotischen Hallen­kirche mit sechs Jochen, einem Hallen­umgangs­chor und einer imposanten Turm­fassade im Westen. Der neun­seitig geschlossene, aufwendige Chor war 1446 vollendet, 1486 das Kirchen­schiff. Den Abschluss der mehr als 100-jährigen Bau­zeit bildete die Vollendung der Kirch­turm­spitzen 1533/34. Die Zerbster Stadt­kirche ist ein wichtiges Bauwerk aus der Schule der berühmten Prager Bau­hütte der Parler. Er diente der Stadt als Rats­kirche und offenbart den Reichtum und das Selbst­bewusstsein des in jener Zeit aufstrebenden Bürgertums.  

Im Zweiten Weltkrieg wird St. Nikolai durch einen Luft­angriff schwer zerstört. Der vollständige Abbruch kann verhindert werden. Heute ist die Kirchen­ruine ein Mahnmal gegen den Krieg. Fünf wertvolle Glocken aus dem 14. und 15. Jahr­hundert überdauern die Jahr­hunderte  – darunter auch die größte Glocke Gloriosa aus dem Jahr 1378.  Mit Hilfe der Rudolf-August Oetker-Stiftung wird der Glocken­turm saniert und der Einbau des Glocken­tragwerks realisiert. Das große und bedeutende Glocken­geläut von St. Nikolai erschallt seit 2007 wieder. Die Ruine wird für Konzerte und andere kulturelle Veranstaltungen genutzt. 

Karte
Förderstatus: abgeschlossen 2007
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Ort: Zerbst
Institution: Kirche St. Nikolai
Förderbereich: Denkmalpflege
Zu sehen ist die Kirche St. Nikolai mit Blick auf den westlichen Turmblock.

Die Kirche St. Nikolai

Das Foto wurde aus dem Innenraum der Kirche aufgenommen. Anstelle des Dachs ist der blaue Himmel über den Kirchenwänden und dem Turmblock im Westen zu sehen.
Zu sehen ist eine Glocke im Glockenstuhl der Stadtkirche von Zerbst.