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Restaurierungen

Im Fokus: Chiaroscuro-Holzschnitte

John Baptist Jackson: Die Hochzeit zu Kana, 1740, Chiaroscuro-Holzschnitt von acht Stöcken

Andrea Andreani: Allegorie auf den Tod, 1588, Chiaroscuro-Holzschnitt von vier Stöcken

Die Kunsthalle Bremen bewahrt in ihrem Kupferstichkabinett einen bedeutenden Bestand an über 200 Chiaroscuro-Holzschnitten auf, die nun erstmals in einem internationalen Forschungsvorhaben untersucht werden. Diese Werke wurden in einer aufwendigen druckgrafischen Technik ausgeführt, bei der mehrere übereinander gedruckte Holzstöcke eine besondere Farb- und Tiefenwirkung ermöglichen. Wir fördern die umfangreiche Restaurierung, wissenschaftliche Erschließung und Digitalisierung der meist großformatigen Blätter. Die Ergebnisse werden der Öffentlichkeit online zur Verfügung gestellt.

Die Technik des Chiaroscuro-Holzschnitts entwickelte sich um 1500 als eine Sonderform des Holzschnitts, der ältesten bekannten Drucktechnik. Erstmals war es den Künstlern möglich, unter Verwendung von unterschiedlichen Holzstücken eine Hell-Dunkel-Modulation mit sensibler Farbgestaltung zu erzeugen. Im Italien der Renaissance erfuhr die Technik im 16. und 17. Jahrhundert eine Blütezeit.

Der Bestand in der Kunsthalle Bremen geht auf den Bremer Sammler Dr. med. Melchior Hermann Segelken (1814–1885) zurück, der vornehmlich italienische Druckgrafik sammelte. Seine Studien zu verschiedenen Drucktechniken hielt er in einem bislang unveröffentlichten Manuskript fest. Im Rahmen des Forschungsprojektes wird es nun, gemeinsam mit dem Inventarbuch, digitalisiert, mittels KI-basierter Software transkribiert und der Öffentlichkeit online zur Verfügung gestellt. Zudem wird ein umfangreicher Bestandskatalog zu diesem Sammlungsbestand veröffentlicht. Die Erkenntnisse aus dem Forschungs- und Restaurierungsprojekt werden im Frühjahr 2027 außerdem in einer Ausstellung präsentiert, in der auch ca. 100 Chiaroscuro-Holzschnitte gezeigt werden.

Karte
Förderstatus: aktuell
Bundesland: Bremen
Ort: Bremen
Institution: Kunsthalle Bremen
Förderbereich: Restaurierungen