Zum Hauptinhalt springen
Erwerbungen

Verlorene Jade-Kostbarkeit kehrt zurück

Zu sehen ist die Jadekanne in Detailansicht im Festsaal von Schloss Friedenstein.

Die Jadekanne im Festsaal von Schloss Friedenstein

Jade ist ein ganz besonderes Material: Ursprünglich stammte sie aus Mittelamerika und China, wo die Jade bereits eine lange kulturgeschichtliche Verwendung gefunden hatte und ihr unter anderem eine heilende Wirkung zugesprochen wurde. Von portugiesischen und spanischen Seefahrern wurde Jade im 16. Jahrhundert schließlich nach Europa eingeführt. Aufgrund ihrer Härte ist sie nur schwer zu bearbeiten. All dies machte den grün-bläulich schimmernden Stein auch in Europa ab der Spätrenaissance zu einem besonders kostbaren und begehrten Material, welches bald Einzug in die fürstlichen Kunstkammern fand. Die prunkvolle Kanne, die nun durch Unterstützung der Ernst von Siemens Kunststiftung, der Kulturstiftung der Länder und der Rudolf-August Oetker-Stiftung wieder an ihren angestammten Platz nach Schloss Friedenstein in Gotha zurückgeführt werden konnte, ist aus der Jade-Varietät Nephrit gefertigt. Nur selten wurde Nephrit auch in Europa zur Fertigung von Hartsteingefäßen genutzt. Dies macht die Kanne, die wohl aus einem Stück geschnitten wurde und eine vergoldete Silberfassung erhielt, zu einem besonders wertvollen Prunkstück. Höchstwahrscheinlich an einem deutschen Hof oder in einer der bedeutenden Werkstätten in Augsburg oder Nürnberg angefertigt, gelangte sie bereits 1656 in die fürstliche Sammlung der Gothaer Kunstkammer auf Schloss Friedenstein, die von Herzog Ernst I. von Sachsen-Gotha (reg. 1640-1675) gegründet wurde.

Die Kanne gehört zu einer sechsteiligen Garnitur aus Nephrit, bestehend aus einem achteckigen Becken, zwei Löffeln und zwei ovalen Salzfässchen. Der Umfang und unversehrte Zustand machen das kostbare Tafelset unter den fürstlichen Sammlungen einzigartig. Nachdem die Jadekanne nach dem Zweiten Weltkrieg als verloren galt, ist sie nun im Pariser Kunsthandel wieder aufgetaucht. Sie konnte in das Ensemble in der Gothaer Kunstkammer eingegliedert und somit wieder in ihren historischen Kontext zurückkehren.  Ab sofort kann das Set nun wieder in der Dauerausstellung von Schloss Friedenstein bewundert werden.

Karte
Förderstatus: aktuell
Bundesland: Thüringen
Ort: Gotha
Institution: Friedenstein Stiftung Gotha
Förderbereich: Erwerbungen
Zu sehen ist das gesamte Tafelset bestehend aus der Kanne, einem achteckigen Becken, zwei Salzfässchen und zwei Löffeln aus Nephrit.

Das sechsteilige Tafelset mit Kanne, Becken, zwei Salzfässchen und zwei Löffeln aus Nephrit

Zu sehen ist das Tafelset in einer Vitrine in der Ausstellungsansicht in der Kunstkammer.

Ausstellungsansicht des Tafelsets in der Gothaer Kunstkammer

Zu sehen ist eine Detailansicht des Fußes der Kanne aus Nephrit mit silbervergoldeter Fassung mit Zackenrand, floraler Verzierung und Punzierung.

Detailansicht des Fußes der Kanne aus Nephrit mit silbervergoldeter Fassung mit Zackenrand, floraler Verzierung und Punzierung