Eine Orgel mit einem Registerbestand aus 400 Jahren

© Olaf Tamm
Detail der Orgel
Ostfriesland ist mit mehr als 90 bedeutenden Orgeln aus sechs Jahrhunderten eine überaus reiche Orgellandschaft. Die evangelisch-reformierte Große Kirche in Leer beheimatet die größte Orgel dieser Region. Das Kirchengebäude wurde nach dem Abriss eines baufälligen Vorgängerbaus aus dem 12. Jahrhundert zwischen 1785 und 1787 als barocker Zentralbau auf dem Grundriss eines griechischen Kreuzes errichtet. Die sich über fast die gesamte Kirchenbreite erstreckende, architektonisch klar gegliederte Orgel dominiert den hell und großzügig wirkenden Kircheninnenraum. Die beeindruckende Präsenz der Orgel offenbart die große Bedeutung der Kirchenmusik in damaliger Zeit. Der niederländische Orgelbauer Albertus Anthonius Hinsz (1704–1784) errichtete die prachtvolle Orgel zwischen 1763 bis 1766 unter Einbeziehung von Teilen eines wesentlich älteren Instruments der Spätrenaissance aus der Werkstatt des Orgelbauers Marten de Mare (um 1540–1612). Auch erhielt die Orgel nun ein neues, aufwendiges Gehäuse mit barockem Schnitzwerk. 1787 wurde diese imposante Orgel in den Neubau der Kirche vollständig transferiert. Im 19. und 20. Jahrhundert fanden erneute Erweiterungen und Umbauten des Instruments statt.
Nach dem Abschluss einer Gesamtsanierung der Großen Kirche erfolgt zwischen 2015 und 2018 eine umfassende Orgelrestaurierung, die auch von der Rudolf-August Oetker-Stiftung getragen wird. Nach eingehenden Untersuchungen zur Baugeschichte können klanglich nachteilige Umbauten aus vorigen Zeiten korrigiert und somit das Klangvolumen des Instruments wieder an das der Barockzeit ausgerichtet werden.
Bundesland: Niedersachsen
Ort: Leer
Institution: Evangelisch-reformierte Große Kirche
Förderbereich: Restaurierungen

© Olaf Tamm

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