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Förderbereich: Erwerbungen

Päpstliches Geschenk an eine bayerische Herzogin

1785 schuf die bedeutende Goldschmiede­werkstatt von Luigi Valadier (1726–1785) in Rom in päpstlichem Auftrag diesen herausragenden Silberaltar mit der Beweinung Christi und einer Kreuzesvision am Himmel. Die Darstellung vereint somit den Tiefpunkt der Passion mit dem Triumph über Sünde und Tod. Zwei Engel unten scheinen das Altarblatt emporzuheben, zwei weitere Engel oben halten die Dornenkrone Christi. Eine vergoldete Bronze­einfassung mit Einlagen aus Porphyr und mit 26 silbernen Rosetten umgibt das Relief. Relief und Rahmung sind zusätzlich auf einer rechteckigen Platte mit einer Messing­einfassung und einem dunkelblauen Glasmosaik montiert, das wie Lapislazuli anmutet. Stilistisch ist das Werk zwischen Barock und Klassizismus einzuordnen.

Im Jahr nach der Entstehung schenkte Papst Pius VI. (1717–1799) der Pfalzgräfin und späteren Herzogin Maria Anna in Bayern (1753–1824) den Altar als Zeichen persönlicher Verbundenheit, vermutlich aber gleichfalls mit der Absicht, die Allianz zwischen dem Papsttum und dem bayerischen Herrscherhaus Wittelsbach zu stärken. Das lange verschollene Werk konnte nach seiner Wieder­entdeckung für das Germanische Nationalmuseum erworben werden. Das Museum plant weitere Forschungen insbesondere zur Herstellungs­technik, Ikonographie und historischen Bedeutung des Altars als diplomatisches Geschenk. Die Erwerbung erfolgt mit Mitteln der Ernst von Siemens Kunststiftung, der Kulturstiftung der Länder sowie weiterer Stiftungen – darunter auch die Rudolf-August Oetker-Stiftung.

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Im Leben getrennt, im Museum vereint – Eine Erwerbung für die Neue Pinakothek

Die Sammlung britischer Malerei in der Neuen Pinakothek in München ist eine der umfassendsten auf dem europäischen Kontinent. 2022 kann sie – auch durch Mithilfe der Rudolf-August Oetker-Stiftung – einen bedeutenden Neuzugang verzeichnen: das Bildnis des englischen Kaufmanns Thomas Hibbert (1744–1760), gemalt von dem brillanten Porträtisten Thomas Gainsborough (1727–1788). Bekleidet mit einem roten Mantel, unter dem ein weißes Rüschenhemd zu sehen ist, steht der vermögende Hibbert lässig an eine Baumwurzel gelehnt in einer idyllisch-romantischen Landschaft. Der Blick des 41-Jährigen ist zur Seite gerichtet, sein Gesichtsausdruck wirkt freundlich.

Bereits seit 1978 befindet sich Gainsboroughs Porträt von Hibberts Gattin Sophia (1760–1827) als Leihgabe des Münchener Pinakotheks-Vereins in der Sammlung des Museums. Die elegante Dame trägt ein pastellfarbenes Kleid und einen großen Federhut. Wie ihr Mann ist auch sie in der freien Natur dargestellt. Gainsborough wandte diesen Kunstgriff oft an – statt steifer Repräsentanz vermittelt sich so der Eindruck von nobler, eleganter Kultiviertheit und legerer Natürlichkeit der Porträtierten.    

Die Hibberts aus dem Norden Englands gelangten im 18. Jahrhundert zu Wohlstand und Einfluss – dank ihrer Handelsbeziehungen in die Karibik und der damit verbundenen Sklaverei, von der sie profitierten. Thomas Hibbert war von 1766 bis 1780 in Kingston auf Jamaika tätig, kehrte dann nach England zurück und bezog einen aufwendig umgestalteten Landsitz in Buckinghamshire. 1784 heiratete er Sophia Boldero, die einer Londoner Bankiersfamilie entstammte. In den beiden Jahren danach schuf Gainsborough diese Auftragswerke. Als die Ehe der Hibberts 1796 geschieden wurde, nahm jeder der beiden Ehepartner sein Porträt mit sich. Nun sind Mrs. und Mr. Hibbert im Museum wieder vereint.

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Ein prachtvolles Schreibmöbel aus Madrid

2021 erwirbt das Berliner Kunstgewerbemuseum ein spektakuläres Zylinderbureau aus der Werkstatt des Madrider Hoftischlers José Canops (1733–1814). Das kostbare Möbel ist für die Aufstellung frei im Raum konzipiert. Vollständig in Mahagoniholz gebaut und mit seltenen Furnierhölzern sowie vergoldeten Bronzebeschlägen versehen, zeigt es einen höchst extravaganten Dekor mit musikalischen Instrumenten spanischer Herkunft, einer exotischen Blumenvielfalt und Anspielungen auf Elefanten als Symbole globaler Machtfülle.

Canops stammt aus dem flämischen Herzogtum Limburg und erlernt seine virtuose Handwerkskunst, wie viele seiner Mitarbeiter, in Paris. Im Auftrag des spanischen Königs Karl III. (1716–1788), einem der bedeutendsten Regenten des aufgeklärten Absolutismus, gestaltet er Mobiliar und Raumausstattungen in einem ganz eigenen Stil. Angesichts des Reichtums und der Reichweite der spanischen kolonialen Welt steht dem Hoftischler und seiner Werkstatt eine Vielfalt an seltenen importierten Hölzern in großer Menge zur Verfügung. 

Die Erwerbung des Schreibmöbels verdankt sich der Unterstützung der Ernst von Siemens Kunststiftung, der Rudolf-August Oetker-Stiftung, der Julius-Lessing-Gesellschaft sowie Mitteln der Staatlichen Museen zu Berlin. Das Möbel wird in der Ausstellung „Canops. Möbel von Welt für Karl III. von Spanien (1759-1788)“ (Laufzeit: 12. Oktober 2023 bis 11. Februar 2024) der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Ausstellung ist als digitaler Rundgang verfügbar. 

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Otto Dix – ein Frühwerk

2012 gelangt in einer gemeinsamen Anstrengung verschiedener Förderpartner ein bedeutendes Werk des Malers Otto Dix (1891–1969) zurück nach Dresden. Das Gemälde „Sonnenaufgang“ hatte der im thüringischen Untermhaus (heute ein Stadtteil von Gera) geborene Dix als damals 21-jähriger Student der Dresdner Kunstgewerbeschule gemalt. Es gehört zu seinen bedeutendsten Frühwerken, die noch vom Spätimpressionismus und Expressionismus geprägt sind.

Dargestellt ist ein karges Winterfeld. Aus dunklen Wolkenbergen bricht hell die Sonne hervor und strahlt über die winterliche Landschaft mit fliegenden Krähen. Der Künstler ließ sich in der dynamischen Pinselführung vermutlich von Vincent van Gogh (1853–1890) inspirieren, dessen Werke zeitgleich zur Entstehung des Gemäldes in einer Ausstellung in der Galerie Arnold in Dresden zu sehen waren.

Das Gemälde gehörte ab 1920 zum Bestand der Städtischen Sammlungen Dresden. Von dort wurde es unmittelbar nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten entfernt. 1937 war das Werk in der Münchner Ausstellung „Entartete Kunst“ ausgestellt.  Seit den späten 1940er-Jahren befand es sich in Privatbesitz und konnte nun glücklicherweise für die Städtische Galerie Dresden zurück erworben werden.

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Pflanzenschönheiten: Scherenschnitte Philipp Otto Runges

Philipp Otto Runge (1777–1810) zählt neben Caspar David Friedrich (1774–1840) zu den bedeutendsten Künstlern der Romantik. Im Jahr 2023 erwerben die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden auch mit Unterstützung durch die Rudolf-August Oetker-Stiftung elf herausragende Scherenschnitte des früh verstorbenen Künstlers.  Zahlreiche weitere Fördermittelgeber unterstützen den Ankauf.

Die kleinformatigen Papierarbeiten zeugen von Runges lebenslanger Faszination und großer Virtuosität beim Erschaffen von Scherenschnitten. Ausgehend von einer überaus exakten Naturbeobachtung, sind die Pflanzenformen im Scherenschnitt abstrahiert und zugleich als Grundformen der jeweiligen Pflanzenart stilisiert – damit aber markieren diese herausragenden Blätter sinnbildlich den Aufbruch der Romantik in die Kunst die Moderne und ihrem Anspruch, über die Naturnachahmung hinauszugehen. 

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Ein Gesamtkunstwerk aus Weißem Gold

Das „Holländische Service“ aus der Porzellanmanufaktur Fürstenberg wurde in den 1770er-Jahren für einen niederländischen Auftraggeber gefertigt. Jedes der erhaltenen 185 Serviceteile zeigt holländische Küstenansichten in feinster Malerei, eingefasst von einem schmalen Goldrand. Das Ensemble stellt wegen seines Umfangs und seines außerordentlich guten Erhaltungszustandes eine große Rarität dar. Die herausragende Landschaftsmalerei, auf die die 1747 von Herzog Carl I. zu Braunschweig und Lüneburg (1713–1780) gegründete Manufaktur von Fürstenberg besonders spezialisiert war, macht es zu einer einmaligen Kostbarkeit.

2025 kann das Service aus Privatbesitz für das Schloss Museum Wolfenbüttel erworben werden. Zu den Förderern gehört die Rudolf-August Oetker-Stiftung. In der ehemaligen welfischen Residenz und damit an einem authentischen Ort barocker höfischer Lebenskultur wird das beeindruckende Ensemble der Öffentlichkeit präsentiert.

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Nach langer Trennung wieder vereint

Nach mehr als 200 Jahren der Trennung können 2016 zwei barocke Elfenbeinstatuetten einer Folge von „Vier Jahreszeiten“ aus der Sammlung des kunstsinnigen Herzogs Anton Ulrich von Braunschweig und Lüneburg (1633–1714) wieder für ihren angestammten Sammlungsort Braunschweig zurückgewonnen werden. Das vierfigurige Statuetten-Ensemble von Ceres, Bacchus, Flora und Vulkan als Personifikationen der vier Jahreszeiten wurde 1695 von Balthasar Permoser (1651–1732) geschaffen, einem der wichtigsten und einflussreichsten Bildhauer der Barockzeit. Im oberbayerischen Traunstein geboren und vermutlich in Salzburg und Wien ausgebildet, ging Permoser zunächst nach Rom und Florenz, und arbeitete dort für die großherzogliche Familie der Medici. 1690 folgte er einem Ruf an den sächsischen Hof von Kurfürst Johann Georg III. von Sachsen (1647–1691) in Dresden, wo er bis zu seinem Lebensende blieb. Zu Herzog Anton Ulrich hatte Permoser offenbar schon Kontakte in Florenz geknüpft. Hierdurch gelangten mehrere seiner Werke in die Braunschweiger Sammlung.

Der Ankauf von „Herbst“ und „Winter“ setzte einen Schlusspunkt hinter jahrelange Bemühungen des Herzog Anton Ulrich-Museums, diese herausragende Figurenfolge wieder in ihrer Gesamtheit präsentieren zu können. Die Statuetten waren im Zuge der historischen Wirren der napoleonischen Befreiungskriege im frühen 19. Jahrhundert ins Ausland verbracht und getrennt worden. Nur zwei Statuetten kehrten nach Braunschweig zurück. Seit der Zusammenführung entfaltet das elfenbeinerne Statuetten-Ensemble im Museum wieder seine volle Wirkung und offenbart seinen herausragenden Kunstwert: Jede der Statuetten stellt in technischer und gestalterischer Hinsicht ein Meisterwerk dar. Mit ihrer spielerischen Bewegtheit und Lebendigkeit, ihrer feinen Differenzierung und ihren ikonographischen Details gehört die Gruppe zu den Meisterwerken Permosers. Innerhalb seines Œuvres nehmen die Figuren eine Sonderstellung ein, sie sind alle vier datiert, eine von ihnen auch signiert. So stellen sie wichtige Fixpunkte innerhalb des Schaffens des Künstlers dar. Zusammen mit weiteren Förderern ermöglicht die Rudolf-August Oetker-Stiftung diesen bedeutenden Museumsankauf.

 

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Silber für Schloss Charlottenburg

2017 kann sich die Rudolf-August Oetker-Stiftung an der Erwerbung zweier großer silberner Girandolen-Leuchter für die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg beteiligen. 1733 wurden insgesamt zehn Girandolen, je 54 cm hoch und 22 kg schwer, im Auftrag von König Friedrich Wilhelm I. in Preußen (1688–1740) für das Berliner Stadtschloss hergestellt. Nur noch diese zwei der vom Augsburger Goldschmied Johann Engelbrecht (1673–1748) gefertigten Girandolen sind heute erhalten. Die Leuchter weisen ein dynastisches Bildprogramm auf, bei dem je zwei Adler eine mit der preußischen Krone bedeckten Kartusche mit Friedrich Wilhelms Initialen flankieren. Ausgestellt sind sie seit ihrer Rückkehr nach Berlin in Schloss Charlottenburg.

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Ein barockes Prunkgefäß

Im Jahr 2008 unterstützt die Rudolf-August Oetker-Stiftung mit weiteren Förderern den Erwerb des reich verzierten barocken Deckel­pokals durch das Diözesan­museum Paderborn. Der mit zahlreichen Medaillen geschmückte Pokal ist ein bedeutendes Zeugnis der Augsburger Gold­schmiede­kunst. Er entstand 1743 im Auftrag des Frei­herrn Hermann Werner von der Asseburg (1702–1779), der in Diensten des Paderborner Fürst­bischofs Clemens August von Bayern (1700–1761) stand. Das Wappen­tier der Herren von Asseburg, ein Wolf, ist in der Höhlung des Baum­stumpfes dargestellt. Bekrönt wird der hohe Pokal vom Symbol­tier der bayerischen Kurfürsten, einem aufsteigenden Wittels­bacher Löwen, der eine Porträt­medaille Kaiser Karls VII. (1697–1745) hält. Der Pokal befand sich über 260 Jahre im Besitz der Familie von der Asseburg auf der Hinnen­burg bei Brakel, bis er schließlich in die Sammlung des Diözesan­museums Paderborn überging.

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Der Hl. Georg im Kampf mit dem Drachen

2004 erwirbt das Bayerische Nationalmuseum München mit Unterstützung der Rudolf-August Oetker-Stiftung dieses Relief mit der Darstellung des Heiligen Georg im Kampf mit dem Drachen aus der Zeit um 1510. Der Legende nach errettete Georg eine Königstochter vor einer wilden Drachen­bestie. Danach bewahrte er auch eine Stadt, die sich zum Christentum bekannt hatte, vor diesem Untier. Georg avancierte im Spätmittelalter als Inbegriff eines christlichen Ritters zu einem überaus populären Heiligen. Sein Drachen­kampf symbolisiert den Sieg des Guten über das Böse. 

Mit großer Erzählfreude wird geschildert, wie der Heilige zu Pferd dem fauchenden, aber vergleichsweise klein dargestellten Drachen mit erhobenem Schwert mutig gegenübertritt. Durch die Königstochter links sowie weitere Figuren rechts oben im Hintergrund und die Andeutungen von Landschaft und Architektur gelingt eine lebendige Ausschmückung der Kampfszene. Die angesichts des harten Eichenholzes erstaunlich feine und detailreiche Bild­schnitz­arbeit und die Existenz vergleichbarer holzansichtiger Werke legen nahe, dass das Relief keine Farbfassung erhalten sollte. Die stilistischen Merkmale deuten auf eine Entstehung am Niederrhein hin. Eine konkrete Zuweisung an einen der dort namhaft bekannten Bildschnitzer konnte bislang nicht erfolgen.

Das Relief stammt aus der berühmten Sammlung deutscher Skulptur der Gotik und Renaissance von Dr. Gerhart Bollert (1870–1947), die für das Bayerische Nationalmuseum in München erworben wird.

 

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